Resource Recovery
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Nachhaltiger Konsum

Nachhaltiger Konsum
Fotos: Michael Funcke-Bartz

Die auf der Welt lebenden Menschen verbrauchen in einem Jahr mehr Ressourcen als die Erde wieder erneuern kann. Eineinhalb Planeten von der Qualität der Erde wären erforderlich, um den Bedarf an Nahrung und nachwachsenden Rohstoffen zu decken. Im Jahr 2030 wären es zwei und 2050 bereits fast drei Erden. Würden alle Menschen so leben wie in Deutschland, so würden bereits heute fast drei Planeten benötigt.

Wie wird dies berechnet?

Würde man die Erträge der weltweit zur Verfügung stehenden produktiven Landflächen wie Felder, Wälder, Wiesen sowie die wirtschaftlich nutzbaren Meeresflächen gleichmäßig über alle Menschen verteilen, so stünden jedem Menschen rein rechnerisch 1,8 globale Hektar (gha; 18000 m2) zur Verfügung. Dem gegenüber steht der „Ökologische Fußabdruck“ eines Landes. Dieser wird aus dem Verbrauch von Nahrung, Wasser und Energie und der dabei freigesetzten Menge an Kohlendioxid als Abfallprodukt berechnet. Bei Ghana lag dieser Wert 2012 bei 2,0 gha und liegt damit leicht über der Fläche, die rechnerisch jedem Menschen auf der Welt zusteht. Dies bedeutet: Würden alle Menschen auf der Erde den „Ökologische Fußabdruck“ von Ghana haben, wäre die Biokapazität der Erde nahezu im Gleichgewicht mit dem Konsum. Es könnte nachwachsen, was jährlich verbraucht wird. Ein Planet Erde wäre fast ausreichend.

Im Vergleich dazu: Deutschland hatte 2012 einen „Ökologischen Fußabdruck“ von 5,03 gha. 5,03 gha geteilt durch 1,78 gha = 2,82. Dies bedeutet: Die Menschen in Deutschland verbrauchen jährlich das 2,82-fache dessen, was das System Erde an Biokapazität zur Verfügung stellen kann. Es wären also 2,82 Planten Erde notwendig, um die Konsumbedürfnisse dauerhaft zu decken. Im Vergleich dazu (gha/Person): EU-27 Durchschnitt 4,8, Afrika Durchschnitt 1,4, USA 8,2, Japan 5,0, Brasilien 3,1 China 3,4. Wer mehr zu diesem Thema erfahren möchte, kann dies im Living Planet Report.

Keine „Erde in Reserve“

Da die Erde ein begrenztes System ist, in dem die notwendige Biokapazität nicht leicht ersetzbar ist, sind Länder wie Deutschland herausgefordert, ihren Ressourcenverbrauch auf ein global verträgliches Maß zu reduzieren. Mit dem Konsumverhalten kann jede/r dazu beitragen, Ressourcen zu schonen. Hier acht Leitlinien für einen nachhaltigeren Konsum.

Hier gibt es Tipps für VerbraucherInnnen zum Umgang mit alten Elektronikgeräten

Hier kann jede/r seinen/ihren ökologischen Fußabdruck berechnen.

Wie stellen sich Menschen nachhaltige Lebensstile im Jahr 2050 vor? Dieser Frage geht der Collaboration Centre on Sustainable Consumption and Production aus Wuppertal in einem Projekt weiltweit in verschiedenen Ländern nach. Eines davon ist Ghana. Dort fand 2013 ein Workstudio "Collaboration and Sustainability: A Multi-Sectoral Path for Growth" statt. Bericht herunterladen.