Resource Recovery
Made in NRW

Umweltkooperation Ghana-NRW


Fotos: Michael Funcke-Bartz

NRW unterhält sein vielen Jahre eine Partnerschaft mit Ghana. Neben einer Vielzahl zivilgesellschaftlicher Initiativen unterstützt das Landesbüro der GIZ die Landesregierung bei der Umsetzung der Eine-Welt-Strategie des Landes durch ein Projekt zum Klima- und Ressourcenschutz in Ghana.

Klima- und Ressourcenschutz für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung in Ghana

In Ghana behindern vielfältige Probleme im Energie- und Abfallsektor einen effektiven Klima- und Ressourcenschutz und erschweren die nachhaltige Entwicklung des Landes. Die Energieversorgung des Landes ist dem zunehmenden Verbrauch nicht gewachsen und häufige Stromausfälle bremsen das wirtschaftliche Wachstum. In der Abfallwirtschaft in Ghana behindern ungenügende Entsorgungsstrukturen und fehlende Kompetenzen den nachhaltigen Umgang mit steigenden Abfallmengen und neuen Abfallsorten. Hier fehlt es an Gesamtkonzepten, die Abfallvermeidung, Recycling und umweltgerechtes Deponieren verbinden und Umweltbelastungen vermeiden.

Vor diesem Hintergrund haben die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH  und das Land Nordrhein-Westfalen im Jahr 2013 ein Projekt zum Klima- und Ressourcenschutz in Ghana initiiert. Dabei soll die Universität Kwame Nkrumah University of Science and Technology (KNUST) in Kumasi langfristig zu einem Kompetenzzentrum für erneuerbare Energien, Energieeffizienz sowie Abfallmanagement und Ressourcenschutz weiterentwickelt werden. Ziel ist, durch innovative Pilot- und Demonstrationsprojekte das erforderliche Know-How an der KNUST aufzubauen, um anwendungsorientierte Lehre und Forschung betreiben sowie nachfrageorientierte Beratungsleistungen in den genannten Themenfeldern anbieten zu können. Von der Universität KNUST ausgehend soll dieses Know-How langfristig die nachhaltige Entwicklung des Landes fördern und die Einführung umweltfreundlicher Technologien im Energie- und Abfallsektor vorantreiben.

Kern des Vorhabens sind zwei Fachkooperationen zwischen der KNUST und der Technischen Universität Dortmund und der Westfälische Hochschule, die den Aufbau des Kompetenzzentrums unterstützen.

Beispielmaßnahmen im Rahmen des Projekts:

  • Unterbrechungsfreie Stromversorgung: Konzeption und Installation einer Anlage an der KNUST, über die eine unterbrechungsfreie Stromversorgung durch die Integration erneuerbarer Energien und ein intelligentes Energiemanagementsystem an zwei Gebäuden demonstriert wird. Die Anlage dient der Stromerzeugung an der KNUST und bei einem Stromausfall stellt sie die Basisversorgung der angeschlossenen Gebäude durch die Nutzung erneuerbarer Energien sicher. Nach Fertigstellung soll die Anlage zur praxisorientierten Wissensvermittlung an der KNUST eingesetzt werden.
  • Labor: Einrichtung eines Biomasselabors an der KNUST, um im Rahmen von Lehre und Forschung an der KNUST Kompetenzen zur Nutzung der Potentiale von Biomasse aufzubauen (waste to energy).  
  • Krankenhausabfälle: Fachgerechte Entsorgung infektiöser Krankenhausabfälle durch Installation einer neuen Verbrennungsanlage für Krankenhausabfälle nebst Entwicklung eines Abfallmanagementkonzepts und eines Schulungsprogramms für das städtische Krankenhaus „Komfo Anokye Training Hospital“ in Kumasi
  • Wettbewerb „Green Entrepreneurship Award“: Zusammen mit der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und der University of Cape Coast wurde ein Wettbewerb zur Förderung grüner Geschäftsmodelle initiiert, der unternehmerisches Denken mit der Bewältigung dringender Umweltprobleme verbinden.
  • Umweltmesse: Organisation von Fachkonferenzen bei der jährlich in Accra stattfindende Umweltmesse WACEE (West African Clean Energy Exhibition & Conference), um die Themen Klima- und Ressourcenschutz mit relevanten Vertretern aus Ghana zu diskutieren und so zur politischen Verankerung der Kooperation beizutragen.